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Fehler, heute: Kapitalismus

"Im Kommunismus beutet der Mensch den Menschen aus. Im Kapitalismus ist es genau umgekehrt."
(Benjamin Tucker)

Die Reform Neues Deutschland war ein von Bundeskanzler Christoph Achenbach im Jahre 2014 ins Leben gerufenes umfangreiches Reformprogramm zur wirtschaftlichen Sanierung Deutschlands.
Das Reformprogramm löste unter anderem die Probleme der Staatsverschuldung, der Überalterung der Gesellschaft und das der Arbeitslosigkeit. Zusätzlich wurde die Bundesrepublik territorial umstrukturiert. Als Ergebnis steht die Bundesrepublik Deutschland wirtschaftlich wieder an der Spitze Europas und gehört zu den drei mächtigsten Industrienationen der Welt.

Ausgangslage
Projekt Rot-Grün (1998-2005)
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sah sich die damalige Berliner Republik am Rande des Untergangs: Massive Staatsverschuldung, hohe Arbeitslosigkeit und kaum wirtschaftliches Wachstum. Einer der ersten, die diese Probleme erkannten, war Bundeskanzler Gerhard Schröder (1998-2005). Er versuchte über seine Agenda 2010 und durch die sogenannten Hartz-Gesetze, umgangssprachlich Hartz 4 oder Hartz-4-Reform, den Sozialstaat zu sanieren und das Problem der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Die von der Union im Bundesrat abgeschwächten Reformen verfehlten ihre Wirkung nicht nur, sie verschlimmerten die Lage sogar noch, so dass im Februar 2005 erstmals über 5 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gemeldet waren.

Große Koalition (2005-2009)
Die nach der Bundestagswahl 2005 gebildete Große Koalition aus CDU, CSU und SPD unter Bundeskanzlerin Angela Merkel versuchte sich ebenfalls an den Problemen: Nachkorrekturen bei Hartz 4, eine als Jahrhundertreform gepriesene Föderalismusreform und letztlich die versuchte Sanierung der Krankenkassen durch Einführung der Kopfpauschale sorgten zumindest dafür, dass sich die Lage nicht noch weiter verschlimmerte. Das durch die Fußballweltmeisterschaft 2006 ausgelöste kurzzeitige Konjunkturhoch und damit verbundene Wirtschaftswachstum ließ alle glauben, dass nun das Schlimmste überstanden sei, während sich unbemerkt das Problem der Überalterung der Gesellschaft immer weiter verschlimmerte. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer Anfang 2007 brach dem zarten Pflänzchen Konjunktur dann schließlich entgültig das Kreuz (sofern Pflanzen ein solches besitzen). Unglücklicherweise hatte die Regierung andere Probleme, sie musste sich wegen der Beteiligung deutscher BND-Agenten am Iran-Krieg rechtfertigen, so dass die letzten zwei Jahre der Regierungszeit in diversen Untersuchungsausschüssen abgesessen wurde, während das Land “den Bach runter ging”.

Rot-Rote Front (2009-2013)
Das Jahr 2009 war vom Wahlkampf geprägt. Die Linkspartei, welche aus PDS, WASG und anderen Splitterparteien entstanden war, brachte das Volk mit neosozialistischen Versprechen hinter sich, so dass sie als stärkste Partei aus den Bundestagswahlen hervorging. Gemeinsam mit der SPD bildete sie die Regierung unter Kanzler Oskar Lafontaine. Dieser warf die Verantwortung aber in dem Moment hin, als er die desolate Finanzlage erkannte und begriff, dass der Traum des sozialistischen Paradieses nicht umzusetzen war. In der Folgezeit regierte das Kabinett unter Kanzler Gregor Gysi vor sich hin, ohne entscheidende Impulse in irgendeine Richtung zu setzen und verschob sämtliche Entscheidungen in die nächste Legislaturperiode, von der sich die Linkspartei erhoffte, nicht wiedergewählt zu werden, da Opposition doch viel bequemer ist.

Allparteienbündnis (2013-heute)
Die Bundestagswahlen 2013 endeten ähnlich wie 2005: Keine Macht für niemanden, kein klares Mandat vom Volk. Schließlich bildete sich das sogenannte Allparteienbündnis aus SPD, CDU, CSU, FDP und den Grünen, das den ehemaligen KarstadtQuelle-Vorstandsvorsitzenden Christoph Achenbach zum Kanzler wählte und mit der Sanierung Deutschlands beauftragte.

Phase I: Altlasten
Idee, Erste Schritte, Arbeitslosigkeit
Kanzler Achenbach kündigte die Sanierung Deutschlands im streng marktwirtschaftlichen Sinne an. Dies stieß in der Bevölkerung auf weniger Gegenwehr als erwartet, da diese vom neosozialistischen Kurs der Rot-Roten Front alles andere als begeistert war und sich nun nach etwas Marktwirtschaft sehnte. Als ersten Schritt kündigte der Kanzler umfangreiche Entlassungen an, um die Arbeitslosenzahl zu senken.
Diesen Schritt empfanden viele als widersinnig, obwohl dies ein einfacher Vorgang ist: Jeder Manager, der zu viele Mitarbeiter hat, die nur Geld kosten, entlässt diese. So wurden zwei Millionen Langzeitarbeitslose aus der deutschen Staatsbürgerschaft entlassen und ausgewiesen. Etwa die Hälfte nutzte die sogenannte “Blond Card” der indischen Regierung, um Straßenkehrer in Indien zu werden, die andere Hälfte verpflichtete sich als Söldner in afrikanischen Bürgerkriegsländern.

Die Sanierung Sachsens und Thüringens
Der Kanzler erklärte, dass die Bundesrepublik vergleichbar mit dem KarstadtQuelle-Konzern sei, dessen Vorsitz er 2005 niedergelegt hatte. Beide seien eine Art Gemischtwarenladen, mit produktiven und unproduktiven Teilen. Die “alten” Bundesländer erwiesen sich als leistungsfähig, Thüringen und Sachsen konnten saniert werden, so dass diese zwölf Bundesländer das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden konnten.

Nukleartestgelände Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern hingegen erwies sich als nicht sanierungsfähig. Mancher Minister ging sogar so weit, das Land als Totalverlust zu bezeichnen. Der Kanzler verkaufte das Land an die USA, welche es nun als Nuklearwaffentestgelände nutzen. Dieser Schritt löste große Diskussionen in der Bevölkerung aus, da mancher der Ansicht war, man könne keine Gebiete des deutschen Staates verkaufen. Das Bundesverfassungsgericht sah den Schritt jedoch als legitim an, und der Verkaufserlös konnte zum Schuldenabbau genutzt werden. Als jedoch bekannt wurde, dass die USA das Gebiet als Nuklearwaffentestgelände nutzen wollen, traten die Grünen als alte Atomgegner unter heftigen Protesten aus dem Allparteienbündnis aus, sodass die folgenden Schritte von einer nur noch knappen Mehrheit im Bundestag getragen wurde.

Mitteldeutschland oder Westpolen, Lösung des Rentenproblems
Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt wurden zum symbolischen Preis von einem Euro an Polen verkauft. Im Gegenzug verpflichtete sich Polen dazu, drei Millionen der ärmsten deutschen Rentner dort anzusiedeln. Diese erhielten die neu geschaffene Aussiedlerrente, das heißt, sie bezogen die Rente nach wie vor vom deutschen Staat, obwohl sie nicht mehr auf dessen Gebiet lebten. Dafür war diese Rente mit 300 Euro erheblich niedriger als die in der Bundesrepublik. Trotzdem reichte sie für die Rentner, da die Lebenshaltungskosten in Polen niedriger sind als die in Deutschland. Mit diesem Befreiungsschlag konnten die Rentenkosten entscheidend reduziert und die Kommunen entlastet werden.

Phase II: Neupositionierung
Konzentration auf die Kernkompetenzen, neue Hauptstadt
Um Deutschland schließlich entgültig an die Spitze Europas zu befördern, beschloss der Kanzler, Deutschland solle sich auf die Kernkompetenzen konzentrieren. Dazu wurden unsinnige und überflüssige Studiengänge wie etwa Sozialpädagogik aus den Universitätsangeboten gestrichen, während Kernfächer wie Ingenieurswissenschaften stark ausgebaut wurden.
Als Symbol der Umorientierung Deutschlands wurde Frankfurt am Main zur neuen Hauptstadt der Bundesrepublik erkoren. Die Hauptstadt des Geldes und Sitz der Deutschen Börse sowie vieler Großbanken zeige wie keine andere, so der Kanzler, wofür Deutschland in der Welt stehen solle: Als finanzstarke, leistungsfähige, zukunftsoffene, wirtschaftsnahe Gesellschaft.

Elsass-Lothringen
Frankreich hingegen hatte es versäumt, das Land rechtzeitig zu modernisieren. Paris wurde von Horden jugendlicher Immigranten niedergebrannt, die seit den Novemberunruhen von 2005 immer häufiger krawallierten und Anarchie verbreiteten. Die französische Regierung konnte nur tatenlos zusehen, während in Marseille ein islamischer Kalifenstaat ausgerufen wurde. Frankreich stand kurz vor den Totalzusammenbruch und benötigte dringend Geld. Der Bundeskanzler hatte dies erkannt und schlug den Franzosen ein großzügiges Angebot für das wirtschaftlich potente und unterforderte Elsass-Lothringen vor, welches diese nicht ablehnen konnten. Als Hauptstadt des neuen Bundeslandes wurde Straßburg ausgewählt.

Südtirol
Als Duce Berlusconi erfuhr, dass der Bundeskanzler bereit ist, Gebiete zu kaufen, zögerte er keine Sekunde und bot dem Kanzler Südtirol an. Er erhoffte sich ebenso wie die französische Regierung eine Konsolidierung des Staatshaushaltes, der in Italien noch schlimmer aussah als in Frankreich; das Land war so gut wie bankrott. So musste er auch zähneknirschend die Altlasten, das heißt, die in Südtirol lebenden Italiener zurücknehmen. Die Hauptstadt des Bundeslandes Südtirol ist Bozen.

Phase III: Aktuelle Situation, weitere Schritte
Problem Südtirol
Da Südtirol im Moment eine Exklave darstellt, fürchten Teile der Bevölkerung, dass das im Elsass eingetretene Wirtschaftswachstum nur verzögert in Südtirol einsetzen könne. Das Außenministerium arbeitet derzeit an Lösungen des Problems. Als mögliche Lösungen werden sowohl der Verkauf Südtirols an die Schweiz wie der Kauf von West-Österreichs bis zur Brennerautobahn beziehungsweise die vollständige Annektierung Österreichs erwogen. Da die österreichische Bevölkerung jedoch in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen machte, steht sie einer Annektierung durch Deutschland skeptisch gegenüber und da auch die Schweiz, trotz Milliardegeschäften auf dem Finanzmarkt, tief in der Schuldenfalle steckt, ist die derzeit wahrscheinlichste Lösung der Transalptunnel, ein 400 Meter breiter und 50 Meter hoher Tunnel von München nach Bozen. Darin wäre genug Platz für Pipelines, Stromkabel und Verkehrswege, und er würde nur einen Bruchteil dessen kosten, was für die Annektierung oder den Kauf von Teilen Österreichs aufzuwenden wäre.

mögliche Fusion mit Groß-Britannien
Es existieren Gerüchte, dass Groß-Britannien Deutschland eine Fusion angeboten habe. Das Kanzleramt wollte diese Gerüchte bisher weder bestätigen noch dementieren. Insider berichten, der Kanzler sei der Ansicht, dass Groß-Britannien ähnlich gut am Markt positioniert sei, und dass eine Fusion die Fantasie der Anleger durchaus wecken könnte. Allerdings müsse eine solche Fusion auf Augenhöhe erfolgen, eine feindliche Übernahme werde es nicht geben.


Diesen Text habe ich irgendwann letztes Jahr für die Uncyclopedia geschrieben, und habe ihn gerade (zusammen mit einigen anderen Dingen) in "unten rechts 2" (wieder-)entdeckt. Dort sind mir auch noch ein paar andere, teilweise sehr gute Dinge ins Auge gefallen, die ich hier in den nächsten Tagen wahrscheinlich nochmal veröffentlichen werde.

Grüße, ich.
8.7.07 13:03
 


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