le badehaubendealer
Startseite - Autor - Gästebuch - Kontakt - Archiv - Abonnieren - RSS-Feed

zum Wahlergebnis

Ich war heute in der Uni von Roten umgeben, vorsichtig gesagt.

"Wer mit 20 nicht links wählt, hat kein Herz. Wer es mit 40 noch tut, hat kein Hirn." (unbekannter Autor)

Na, der Eintrag fängt ja schonmal gut an, ich spüre fast den Hass, der sich nach diesem Zitat aufgebaut hat. Okay, nun also zum eigentlichen Thema: Das Wahlergebnis. In etwa so wie erwartet, die SPD etwas schlechter, die FDP etwas besser als vermutet.

Man sollte dieses Wahlergebnis nicht überbewerten. Vor allem die SPD sollte dies nicht tun. Ich sehe sie auf Bundesebene nicht so niedrig, sondern durchaus 5-10% höher, was aber auch nicht viel ist. Die CDU dürfte ungefähr so auf den Niveau liegen, vielleicht etwas höher. Die Grünen dagegen haben von der SPD profitiert, viele, die normalerweise SPD wählen, sind wohl zu den Grünen "übergelaufen". Vermutlich liegen die auf Bundesebene etwa 5% niedriger. Und die FDP auch, was hauptsächlich daran liegt, dass sie eine Partei ist, die bevorzugt vom gehobenen Mittelstand und den Eliten gewählt wird - und solche Strukturen fehlen im Osten, das zieht das Ergebnis nach unten. Die Linkspartei dürfte auf Bundesebene besser dastehen, so etwa 2-3% mehr.

Ergo: Nicht überbewerten. Die harten SPD-Verluste stammen hauptsächlich aus dem miserablen letzten Jahr. Es geht garnicht darum, dass sie es nicht geschafft haben, eine Regierung zu bilden, sondern darum, dass sie es mit den Linken versucht haben, obwohl sie es vor der Wahl ausgeschlossen haben. Das scheint nur niemand außerhalb Hessens zu verstehen.

"Hessen verstehen kann nur derjenige und auch nur diejenige, die die ethnische Sondersituation Hessens kennen. Die Hessen sind umzingelt von lauter Deutschen, haben keinen Zugang zum Meer, zu den Alpen und zum Ausland und daher keinen direkten Kontakt zur Freiheit." (Matthias Beltz)

Dieser direkte Kontakt zur Freiheit wurde in der FDP gesucht. Auch das sollte man nicht überbewerten, die FDP regiert nicht mit, und profitiert somit automatisch bei Wahlen. Überhaupt haben SPD und CDU vermutlich auch deshalb so wenig Stimmen erhalten, weil sie die Regierung in Berlin stellen.

Ergo: Nicht überbewerten.

Aber bitte auch nicht unterbewerten.

Die Wahl hat einen Trend gezeigt, der schon seit 15, 20 Jahren sichtbar ist: Die großen Parteien SPD und CDU verlieren konstant an Stimmen, die kleinen Parteien FDP, Grüne und mittlerweile auch die Linke gewinnen konstant. Wenn man die Öko-Komponente und die Wirtschaftskompetenz weglässt, gibt es zwischen FDP und Grünen übrigens längst nicht so große Unterschiede, wie man vermuten würde: Beide setzen sich für Bürgerrechte ein, weniger Staat, Toleranz, Multikulti, alles eigentlich liberale Grundsätze. Daraus jetzt aber abzuleiten, dass unsere Gesellschaft liberaler wird, wäre eine Überbewertung des Ergebnisses.

Aber bitte nicht unterbewerten. Die Wahl hat klar gezeigt, was die Bevölkerung davon hält, im Wahlkampf belogen zu werden. Die Ausgangslage für die Bundestagswahl ist also interessant, ich erinnere mich an eine Aussage der SPD vor der letzten Bundestagswahl, sie wolle die Mehrwertsteuer nicht erhöhen. Und dann ist da natürlich noch die leidliche Linkspartei, ohne die die SPD wohl keine Regierung mehr zustande bekommt, die nicht CDU oder FDP beinhält. Dies sollte ebenfalls nicht unterbewertet werden: Rot-grün scheint beendet.

Oh, wo ich es gerade von Lügnern hatte, die Grünen haben ja viel zu wenig ihr Fett abbekommen. Kriegsgegner wollen sie sein, Liebe und Frieden für die Welt. Ich erinnere an den Kosovokrieg 1999, den Afghanistankrieg seit 2001 und den Irakkrieg 2003. Irak? Ja, Irak, der BND hat da fröhlich mitgemischt.

"Hesse sein heißt: Gefährlich leben wollen zu müssen." (Matthias Beltz)

Grüße, ich.

19.1.09 21:33
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de