le badehaubendealer
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welche Farbe hat Strom? Hoffentlich nicht grün.

Der heutige Eintrag ist politisch motiviert. Ich empfehle daher folgenden Personengruppen nicht weiter zu lesen:

- Die Grünen-Wähler und -Sympathisanten
- Energielobbyisten
- und natürlich den Leuten, die von sich behaupten, unpolitisch zu sein.

"Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken."
(Rosa Luxemburg)


In der Erdatmosphäre bewirken Treibhausgase wie Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid, Methan und Ozon seit Bestehen der Erde einen Treibhauseffekt, der entscheidenden Einfluss auf die Klimageschichte der Vergangenheit und das heutige Klima hat. Die so genannten Treibhausgase, die durchgängig für den kurzwelligen Anteil der Sonnenstrahlung sind, langwellige Wärmestrahlung hingegen je nach Treibhausgas in unterschiedlichen Wellenlängen absorbieren und emittieren, wirken wie das Glasdach eines Treibhauses, daher die Bezeichnung für diesen Effekt.
Der größte Teil des Treibhauseffekts wird mit einem Anteil von ca. 36-70% (ohne Berücksichtigung der Effekte der Wolken) durch Wasserdampf in der Atmosphäre verursacht. Kohlendioxid trägt ca. 9-26% zum Treibhauseffekt bei, Methan ca. 4-9%, und Ozon ca. 3-7%.

Auf den Wasserdampf hat die Menschheit keinen direkten Einfluss, auf das CO2 dagegen sehr wohl. Seit dem Beginn der Industrialisierung pumpt der Mensch durch das Verbrennen von Kohle und Öl jede Menge Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre, wie man an folgender Grafik erkennen kann:


CO2 entsteht übrigens bei der Reaktion von Kohlenstoff (C) mit Sauerstoff (O), Reaktionen mit Sauerstoff werden Verbrennung genannt. Kohlenstoff findet sich in Kohle in Reinform und in Erdöl in Form von Kohlenwasserstoffen, das sind Stoffe, die aus Kohlenstoff und Wasserstoff (H) bestehen. Der Kohlenstoff wird mit Sauerstoff zu CO2, der Wasserstoff wird mit Sauerstoff zu Wasser (H2O). Das wollte ich nur einschieben, damit jeder weiß, wovon ich rede, wenn ich sage, man solle keine Kohle mehr verbrennen .

Soweit dürfte das alles allgemein bekannt sein. Etwas unbekannter dürfte die Tatsache sein, dass durch die Verbrennung Sauerstoff verbraucht wird, den wir eigentlich zum Atmen benötigen. Sollten wir also über kurz oder lang alles verbrannt haben, haben wir keine Luft mehr zum Atmen, aber soweit wird es nicht kommen, bis dahin dürften uns die Folgen des Klimawandels getötet haben. Die nahe liegende Frage lautet jetzt: Wenn wir wissen, dass die Verbrennung von Kohle und Erdöl zum Treibhauseffekt führt und damit unser Klima ruiniert – warum lassen wir es dann nicht einfach?

So einfach ist das nicht.

Die Menschheit in ihrer heutigen Form benötigt Energie. Sie benötigt Energie, um sich das Essen zu erhitzen, um Licht zu haben, damit Herzschrittmacher funktionieren und das Internet, zur Fortbewegung und zu tausend anderen Zwecken. Energie kommt leider nicht aus dem Nichts, sonst hätten wir keine Probleme. Meist wird die Energie in Form von Strom verbraucht, der, wie jeder weiß, aus der Steckdose kommt. Wie er in die Steckdose kommt, wissen auch die meisten Menschen, er wird über Kabel transportiert, und diese Kabel beginnen in irgendeinem Kraftwerk.
Diese Kraftwerke können verschieden aufgebaut sein: Manche wandeln Sonnenlicht in Strom um, manche nutzen Windkraft, andere Atomkraft, wieder andere nennen sich Wasserkraftwerke – und dann gibt es noch Kohlekraftwerke. Es gibt auch noch ein paar exotische Dinge, aber die lasse ich jetzt mal außen vor. Die letztgenannten Kohlekraftwerke verbrennen Kohle (oder Erdöl, identisches Prinzip, heißen dann aber irgendwie Ölkraftwerke oder so), und durch die dabei entstehende Wärme kann man über eine Turbine Strom gewinnen.
In Deutschland wird laut Wikipedia 63% des Stroms aus Erdöl, Erdgas, und Kohle gewonnen, 28% aus Atomkraft und 10,2% aus so genannten erneuerbaren Energien 10,2%. Letztgenanntes ist eine Sammelbezeichnung für Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerke.

63%.

Das ist nicht wenig.

Im Gegenteil. Das ist ein riesiger Anteil, ohne den hier im Grunde nichts mehr funktionieren würde. Dementsprechend sind es auch riesige Mengen an CO2, die in die Atmosphäre gepumpt werden.
Was nun? Einfach Abschalten funktioniert nicht, wir benötigen den Strom. Der Schlüssel liegt im Umbau, wir müssen auf andere Energiegewinnungsformen umsteigen. Nur welche? Sollen wir die Landschaft mit Windkrafträdern zupflastern? Das sieht nicht schön aus, und es gefährdet die Tierwelt. Ja, das ist kein Scherz, es werden immer wieder Vögel durch Windräder erschlagen, oder sogar zerteilt. Gut, im Vergleich zum Tod durch Klimawandel ist das ein relativ angenehmes Schicksal, da sonst ja alle sterben würden und nicht nur ein paar Vögel, aber ich werde zynisch.
Das Problem dabei ist, dass der Wind nicht immer weht. Und was ist, wenn mal kein Wind ist? Dann muss der Strom von woanders herkommen. Was ist mit Solarenergie? Man stelle einfach jede Menge Photozellen in die Gegend, lasse die Sonne draufscheinen, und schon hat man Strom. Gut, nachts geht das nicht. Und auch nicht, wenn Wolken sind. Und das Gras darunter wächst auch nicht mehr weiter. Außerdem sind diese Dinger extrem teuer.
Wasserkraft funktioniert so, dass man einen Staudamm baut, und das Wasser dann durch Turbinen fließen lässt. Je höher der Staudamm, desto größer der Wasserdruck, desto mehr Strom. Problem dabei ist, dass man nicht einfach mitten in Berlin einen Staudamm errichten kann, im Gegenteil, die nutzbare Fläche von Stauseen ist in Deutschland so gut wie ausgereizt, zumindest, solange man nicht jeden Bach begradigen will. Aber was würde es nutzen, wenn man die Natur, um sie zu erhalten, ruinieren müsste?

Deshalb benötigen wir Kernkraft. Sie emittiert kein CO2 und ist nicht wetterabhängig. Das einzige Problem ist, dass dabei radioaktive Abfälle entstehen, die man nicht entsorgen kann, sondern irgendwo lagern muss. Wie sicher jeder weiß, nimmt radioaktive Strahlung mit dem Abstand quadratisch ab, soll heißen: Verdoppelt man seine Entfernung von der Strahlungsquelle, bekommt man noch ein Viertel der Strahlung von vorher ab. Zumindest gilt das in Luft, je dichter das Material ist, das sich zwischen einem und der Strahlungsquelle befindet, desto weniger Strahlung kommt durch. Deshalb gilt das sehr dichte Blei übrigens als strahlungsabschirmend.
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wir könnten den Abfall vergraben, zum Beispiel in irgendwelchen alten Bergwerken. Durch die darüberliegende Erdschicht dringt keine Strahlung mehr durch, und selbst wenn, so ist die Dosis niedriger als die Strahlung, die täglich aus dem All auf uns einstrahlt. Das Tolle dabei ist: Genau das wird gemacht. In Gorleben werden die Abfälle in alten Salzbergwerken eingelagert. Der Transport dorthin wäre sogar sicher, wenn man nicht immer erst die Gleise räumen müsste.
Die andere Möglichkeit wäre, den Abfall in unbewohnten Gebieten zu lagern. Zum Beispiel in Sibirien. Das dürfte allerdings teurer werden, weil das weiter weg ist.

Ich wiederhole das Ganze noch einmal: Wir benötigen Kernkraft. Wenn wir weiterhin die Atmosphäre mit CO2 vollstopfen, werden wir alle sterben.

Deshalb ist der Ausstieg aus der Atomkraft falsch. Deshalb ist die Politik der Grünen falsch. Deshalb ist auch die Politik der Großen Koalition falsch.
10.2.07 20:40
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(11.2.07 11:28)
Also im Grunde gebe ich dir recht, mehr Atomkraftwerke, aber du solltest der Fairness wegen noch erwähnen was passiert wenn uns so ein DIng mal um die Ohren fliegt, viele haun ja auf die Atomkraft deswegen ein, weil ihnen der Effekt der Kohlekraftwerke in 20 Jahren weniger bewusst ist, oder sie halt an hier und jetzt denken...

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